Der Phoenix ist laut antiker Mythologie ein mystischer Feuervogel, der wenn er stirbt in Flammen aufgeht und aus seiner eigenen Asche reinkarniert wird.
Das dürfte bekannt sein.
Mir jedenfalls ist bekannt, dass es mit mir seit 2 Jahren rasant bergab geht, in jeglicher Hinsicht.
Tut meine Bloggerei über persöhnliche Dinge als Wichtigmacherei/Kampf um Aufmerksamkeit ab, ich könnte ja auch etwas Anderes schreiben, aber dazu habe ich keine Lust weil meistens sowieso nur minderwertiger, unlustiger Quark herauskommt.
Wie kann diese Talfahrt beendet werden, auf dass ich ein lebenswertes Leben führe ?
Hier die wichtigsten Aufgaben, die „erledigt“ werden wollen; unterteilt in zeitliche Abschnitte:
1. Die Entfernung des Fremdkörpers im Inneren der Schulter muss überlebt werden; die Genesung ist erfolgreich zu absolvieren
Hierauf habe ich keinen Einfluss. Ich vertraue eben mal blind der westlichen Medizin. Ist es überstanden, habe ich schon einmal ein gutes Startkapital: Meine körperliche Erscheinung hat sich einen großen Schritt in Richtung Normalität bewegt.
Die Phase der Genesung wird womöglich das restliche Jahr 2009 in Anspruch nehmen (eventuell auch weniger dank meiner hervorragenden, ja fast schon einzigartigen Wundheilung)
2. Arbeitssuche
Irgendwas! Einfach irgendwas! Am Besten natürlich in „meinem Bereich“ (das was ich gelernt habe) andere eventuelle Alternativen sind noch abzuwägen (Logopäde? Behindertenbetreuer?) aber nicht auszuschliessen. KEINE EXPERIMENTE MIT STUDIENGÄNGEN MEHR! Leb wohl großer Traum Biostudium, lebe wohl. Ich könnte ja das Abitur in einer einjährigen Schule nachholen, nur wär mein Schnitt dann so entsetzlich, dass mich niemand der bei Verstand ist nehmen würde.
Lächerlich-Fachhochschulreife, der Lappen ist zu nix gut. Hätte der Herr vom Abfallkalender vielleicht Lust, seinen Wildschweinkopf oder auch nur eine alte Semmel oder ähnliches gegen den Wisch einzutauschen? Ach ne, ich würde das Manuskript sogar verschenken. Als Scheisshauspapier ist es nämlich leider zu rau.
2.5 (Irgendwann dazwischen) Body- Forming
In den letzten 2 Jahren ist mein ehemaliges Gewicht verloren gegangen. Mittlerweile ist wieder viel dort angelangt, wo es nicht sein sollte. Gründe? Ich mach einfach nichts mehr, früher bin ich fast jeden Tag nach 19 Uhr mit dem Fahrrad durch die Gegend gerast; dieses Jahr hab ich das vielleicht 4 mal gemacht. Es ist nicht so, dass ich jetzt wieder so schlimm aussehe wie als Kind (OMG) oder wie Iron Cally. Aber ich bin einfach nicht zufrieden mit mir. Da geht mehr.
Ich denke, gegen meine Ernährung kann man nichts sagen, wenn man von Ausrutschern an Weihnachten und Ostern absieht. Aber ich gehöre eben zu der Gruppe von Stoffwechslern, welche sobald sie nichts mehr für sich tut wieder rapide zunimmt, das Gewicht ab einem bestimmten Punkt aber hält.
Damals habe ich extrem gehungert, an manchen Tagen habe ich nur ein Käsebrot zu Abend und einen Orangensaft morgends zu mir genommen. Dies hat zum Erfolg geführt, aber nur kurzfristig, und heute muss ich sagen, dass es der falsche Weg war.
Lieber in Maßen abnehmen und das Gewicht halten, als eine derartige Essstörung zu entwickeln. Aber damals war ich sowieso nicht ansprechbar.
3. Zwischenmenschliches
Die ersten beiden Punkte sind relativ einfach zu meistern. Umso schwieriger, ja vielleicht sogar nahezu unmöglich wird das Aufbauen eines Freundeskreies oder einer ähnlichen Struktur.
Wie erschafft man sich Derartiges aus dem Nichts? Ich habe keine Ahnung. Irgendwelche Leute aus dem Internet kann ich wohl vergessen, wer weiss wer da dahinter steckt. Und wo sollen dann im RL welche herkommen? In dieser Stadt: Nein. Vielleicht erinnert man sich – ich bin zu faul, das zu verlinken – noch an die Schilderung meiner Erlebnisse, als ich das erste Mal (alleine) um die Häuser meiner Heimatstadt gezogen bin. Wenn ich mich recht entsinne, hab ich die örtlichen Locations damals mit der Bar aus „Krieg der Sterne“ verglichen. Einmal und nie wieder.
In den Ortschaften rund um meine „Stadt“ sieht es nicht unbedingt besser aus. Ausserdem latschen mir da zu viele „Feinde“ (ich hasse dieses Wort; erinnert mich an die Jamba-Werbung mit dem Satelliten – Gedöns: „FINDE HERAUS WO SICH DEINE FEINDE GERADE AUFHALTEN!“ Wer hat heute denn bitte noch Feinde?! Wie armselig ist dass denn?! Sind wir im wilden Westen oder wie?) umher: Die netten Leute aus der Realschule. Im berühmt – berüchtigten Beitrag „Flashback“ habe ich meine Erlebnisse mit den Kerlchen ja schon geschildert.
Treffe ich heute einen von denen, gibt es meist 3 Möglichkeiten:
1. Ich ignoriere sie bzw. die erkennen mich nicht, oder sie glotzen zwar wie Fritz der Goldfisch aber sagen nix.
2. Die grüßen mich scheinheilig, ich grüß nicht zurück; sprechen sie mich an, verstelle ich meine Stimme und gebe vor sie nicht zu kennen (Ich mach das!)
3. Ich bin so debil und lass mich in ein Gespräch verwickeln. Die scheinheilige Brut fragt dann meist „Wie gehts dir?“ Ich könnte ihnen ja sagen was sie hören wollen, aber ich lüg sie an: „Ach, mir? Mir gehts Spitze! Super Job, eigene Wohnung, alles Bestens!“ Das blöde Gesicht von denen ist alles Gold der Welt wert, schliesslich haben sie ja was Anderes erwartet.
Noch ein Problemchen: Die Welt ist ein Dorf. Die Leute aus der Rütli Realschule kennen hier im Umkreis wirklich JEDEN. Aber wirklich jeden. Und somit auch mich. Und da diese Menschen ganz bestimmt, aufgrund ihres und auch meinem (Ich geb das offen zu, ich hab mich blöd benommen, aber was blieb mir übrig!?) Verhalten eine klare Meinung von mir haben, und mich irgendwo zwischen Robert Steinhäuser und Andy aus Little Britain einordnen, ist das ein großes Problem.
So, welche Möglichkeiten bleiben noch?
Vielleich sich bei den Kameraden aus der Grundschule/dem Gymnasium/ dem BK wieder melden: Scheidet aus. Es wirkt äusserst seltsam, wenn man nach Jahren der Funkstille einfach wieder auftaucht; so als führe man was im Schilde.
Ausserdem: Die haben alle ihr eigenes Leben, ihre Partner, ihren eigenen Freundeskreis. Da kommt man sich schnell vor wie das fünfte Rad am Wagen. Ausserdem sind die meisten weg, in alle Winde zerstreut, irgendwo eben.
Somit sind die Möglichkeiten sehr eingeschränkt, bzw. es gibt gar keine.
Und ohne Freundeskreis ist an Punkt 4 gar nicht zu denken.
4. Beziehung
Eine Zeit lang hat es gut geklappt, sich mit irgendwelchem Quatsch (vor allem Medien) abzulenken.
Mittlerweile klappt das nicht mehr so gut. Der Stachel sitzt tief, hat aber all die Jahre nur hin und wieder Beschwerden verursacht. Jetzt hat er sich entzündet und brennt wie Feuer.
Ich bin aufgewacht, und mir ist klar, in welcher Grube ich sitze.
Wirklich viel getan hat sich nicht gerade. Mein letzter Kontakt mit gleichaltrigen Damen ist Jahre her, und es handelte sich nicht um OdBs (OdB = Objekt der Begierde) sondern um gewöhnliche Klassenkameradinnen.
Mittlerweile bin ich selbstbewusster, offener und „lauter“ geworden, nicht nur gegenüber Frauen sondern allgemein.
Ich hatte kurze Zeit mal einen recht heftigen Frauenhass - davor war ich Feminist – auch er wurde überwunden. Frauen sind weder Götter noch Dämonen, sie sind weder bessere noch schlechtere Menschen als Männer. Allgemein hat sich meine misanthropische Einstellung etwas gebessert. Vielleicht weil ich lange nichts mehr mit Menschen zu tun hatte? Möglich.
Klar, sie vernichten ihren eigenen Planeten, ihre Mitlebewesen, sich selber, machen nicht mal vor dem eigenen Nachwuchs halt und manche von ihnen haben mich behandelt wie Dreck. Aber das alle so sind? Kann ich irgendwie nicht glauben. Vielleicht bin ich einfach wieder zu naiv, zu „nett“ geworden, immer noch misstraue ich allem und jeden, aber ein Fünkechen Gutes wird ja wohl in jedem stecken, oder?
Nur zu dumm, dass ich dies Alles nicht in die Tat umsetzen kann. Wie ich sagte, ohne Freundeskreis geht gar nichts.
Durch Dissen, Bars und andere oberflächliche Einrichtugen möchte ich weder einen Freundeskreis noch eine potentielle Partnerin kennen lernen.
Auch die beliebten sozialen Netzwerke und Kontaktbörsen im Internet sind mir unheimlich. Das ist der reinste Markplatz. Ich kenne zwar niemanden, der seinen Partner über das Netz gefunden hat, daher bin ich recht vorsichtig mit meinen Urteilen- aber für mich ist das nichts, das Ganze hat etwas Unnatürliches, etwas Kaltes, Emotionsloses – da helfen auch noch so putzige Smileys nichts. Und im Grunde ist es nichts Anderes als die virtuelle Version einer Disco.
Wahrscheinlich habe ich mir auch dauernd die Falschen OdB´s ausgesucht, und das auch noch zu schnell und unüberlegt. Heute würde mich an meinen ehemaligen Angebeteten nicht mehr viel reizen- ich meine es nicht persöhnlich. Aber inzwischen hat sich mein Schema stark vergrößert. Die Ansprüche die ich an das Äussere stelle sind sehr wohl erfüllbar, an einem belebten Tag in der Stuttgarter Innenstadt könnte ich viele Kandidatinnen finden, aber meine Ansprüche an die Inneren Werte wie Liebe, Treue, Intelligenz, Freundlichkeit etc. sind vermutlich für die heutige Zeit zu hoch. Oh ich konservatives Arschloch.
Und es ist eben so, dass mich sowohl ein perfekter Körper ohne innere Werte ebenso abschreckt wie eine nette, freundliche, aber eben langweilig aussehende Frau. Ist doch eigentlich mein gutes Recht, mir den Partner herauszusuchen, der mir gefällt, oder?
Zusammenfassend: Ohne Freundeskreis geht nichts, es gäbe andere Möglichkeiten, diese wären jedoch die absolute Ausnahme. Und ich will es nicht wieder überstürzen und mir dadurch alles versauen.
Zum Schluss dieses leidigen Themas noch eine kleine Auswahl meiner Lieblingssprüche, die meist von Nicht-ABs kommen, angeblich helfen/trösten sollen aber alles noch viel schlimmer machen:
„Suche nicht, lass dich finden! Lass dir Zeit!“
Klar. Schliesslich klopfen jeden Tag mindestens 3-4 Ladys an meine Tür, die mich kennen lernen wollen. Und dann lassen wir uns mal Zeit. Hupps, ich bin schon in den Vierzigern?!
„Du bist noch jung und hast dein Leben noch vor dir!“
Ah. Diese lustige Aussage ähnelt der Obrigen, wird aber umso schmerzhafter, je älter man wird.
„Auf jeden Topf passt ein Deckel!“
Stimmt sogar, hab ich gar nix gegen einzuwenden. Nur wo ist der Deckel?
„Sei froh, das du keine Freundin hast. Lieber keine Freundin als so ne dumme F*tze die einen nur verarscht“
Ach. Woher willst du wissen, das alle so sind? Rein zufällig stehe ich leider auf nette, liebe Frauen und nicht auf „F*tzen die einen verarschen“. Und du würdest ebenfalls völlig freiwillig auf eine Partnerschaft verzichten, hmm? Können sich solche Leute auch nur im Entferntesten vorstellen, wie es ist absolut niemanden zu haben, nicht mal jemanden der einem auf die Nerven geht, ja absolut NIEMAND!? Können die das? Wohl eher nicht.
Es gibt noch mehr scheinheilige Sprüchlein, aber die ähneln den Aufgezählten stark, ich lass nun davon ab.
FAZIT:
Natürlich kann ich viel sagen, machen werde ich es nicht. Um mir nun selbst Feuer unter dem Arsch zu machen, habe ich mir eine Frist gesetzt: Das Alter von 25 Jahren. Das wären dann knappe drei Jahre. Für Aussenstehende klingt das nach viel, für jemanden der die Problematik kennt ist es wenig Zeit. Die ersten beiden Punkte könnte ich eventuell noch bis zu meinem 23 Geburtstag schaffen, die anderen Punkte sind schwieriger, wobei auch 3 noch irgendwie möglich ist, aber 4…
Warum ich mich entschlossen habe, dieses Projekt ins Leben zu rufen, auch wenn keiner mir helfen wird, es erfolgreich zu beenden, ich ganz alleine auf mich gestellt bin?
Ich war am Wochenende mit meiner Familie am Bodensee, in der Stadt Konstanz. Ich konnte die herrliche Landschaft, den See – das alles konnte ich überhaupt nicht genießen.
Denn: Wo ich hingesehe habe – Pärchen in meinem Alter, die zu allem Überfluss wahrscheinlich auch noch was Tolles studieren (Konstanz ist eine berühmte Uni-Stadt) Selbstmitleid hin oder her, aber da kommt man sich einfach vor wie ein Stückchen Dreck, wie etwas Defektes, wie ein abnormaler Fremdkörper.
Daher habe ich diesen Plan ausgearbeitet, bzw. arbeite immer noch an ihm. Wie es ausgehen wird ist noch nicht gewiß, das Leben kennt kein Happy End.
Eines Tages ist die Frist abgelaufen, die ich mir mit diesem Projekt gesetzt habe. Und dann bin ich gespannt, mit welchem Gesicht ich diesen Artikel hier, der dann 3 Jahre alt ist, lesen werde.