Diese Frage muss man sich als eingefleischter Star Wars- Fan die Tage ernsthaft stellen.
Die Teile sind schrottreif.
Man erinnert sich: Damals, in Episode 1, hatten diese Dinger noch etwas Bedrohliches an sich, wie man sich eben Kampfdroiden vorstellt:
Befolgen jeden Befehl, mechanische ausdruckslose Stimme, starre Bewegungen und so weiter und so fort.
In Episode 2 (ja, der Film ist gut bis auf die entsetzlichen Liebesszenen, die stellenweise schlechte CGI und die Dialoge) war dies nicht anders – zwar gibt es diese beknackte Sprechrolle während der Schlacht im geonosianischen Kolloseum (”HILFE. MEINE BEINE BEWEGEN SICH NICHT RICHTIG; ICH BRAUCHE SCHMIERÖL”) – aber die Droiden sind dennoch als emotionslose Kampfmaschinen erkennbar.
Umso schockierender war Episode 3: Alleine die Stimme der Blechbüchsen hatte rein gar nichts Bedrohliches mehr. Minderwertige Soundkarten eingebaut? Wer weiss.
Und dieses blöde Getue, Beispiel: Obi Wan und Anakin auf der Brücke des Separatistenkreuzers, beide Grievous schutzlos ausgeliefert da unbewaffnet – die Droiden haben ihnen ihre Lichtschwerter abgenommen. Ein Droide übergibt Grievous die Waffen – und dann kommt es: Der Droide gibt ein schleimiges, überfreundliches, total dämliches “Gern geschehen” von sich als Grievous die Schwerter von ihm entgegennimmt.
Es kommt noch schlimmer, seie es das flappsige “Was´n das?” und das “Autsch, du spinnnst wohl!” als die B2 Superkampfdroiden R2 im Hangar inspizieren, oder das Gejammere der Droiden, wenn sie von einem Lichtschwert verschrottet werden.
Das ewige “ROGER ROGER” empfinde ich nicht als Störung, die Droiden bestätigen damit nur ihre Befehle, die sie entweder von ihren Kameraden über Funk oder von irgendwelchen KUS- Kommandanten bekommen, ebensowenig stört mich das “OH OH” beim aufblitzen eines Lichtschwertes, oder kurz gesagt das die Droiden überhaupt “Furcht” zeigen, denn es macht Sinn: Schmerzempfinden und Angst machen bei Droiden durchaus Sinn, erläutert wurde dies auch im Spielberg – Film “A.I – künstliche Intelligenz” : Es verhindert, dass sie sofort zerstört werden.
Sind zwar Massenprodukte (bis auf Droidekas und Superkampfdroiden, die sind kostspielig), aber es “läppert sich zamma” wie man auf schwäbisch so schön sagt.
Die Dämlichkeit der Episode 3 – Droiden ist vielleicht noch darauf zurückzuführen, dass Imperator Lucas den Film mit ihnen etwas aufheitern wollte – ist schliesslich der düsterste der gesamten Reihe, und auch die Gewalt kommt nicht zu kurz.
Einige Wochen vor Weihnachten 2008 wurde auf Pro 7 ”The Clone Wars” ausgestrahlt, eine Computeranimationsserie, angesiedelt in den Klonkriegen.
Der Pilotfilm dazu, der ungefähr Mitte August im Kino lief, hat mich schon kalt gelassen, ausserdem geh ich eh nie in Lichtspielhäuser, die Serie schaue ich mir aber seit der ersten Folge regelmäßig an.
Und: Hier überspannen die Verantwortlichen den Bogen in Sachen Blödheit wirklich.
Ich fang jetzt mal mit den Droiden an und arbeite mich langsam vor.
Hier wird die Droiden-Verblödung auf die Spitze getrieben. Fängt schon während der ersten Folge an, als sich zwei Droiden an Bord einer Fregatte wie zwei kleine Kinder streiten, wer besser schiessen kann. Unnötig. Und warum setzt eine Armee, bei der nahezu jede Einheit eine Maschine ist nicht automatische Geschütze ein, sondern mit Droiden “bemannte” Geschütze? Das macht wirtschaftlich keinerlei Sinn!
Es geht weiter in einer Tour, mit scherzenden, vor sich hin summenden, lachenden, flennenden, Befehle verweigernden – kurzum, mit verweichlichten, vermenschlichten Schrotthaufen, die wirklich kein bisschen bedrohlich wirken, nicht mal wenn sie echt wären.
Und sowas soll einen Krieg führen? Selbst wenn man bedenkt, dass beide Kriegsparteien nur Marionetten von Palpatine und Dooku sind und seit der ersten Schlacht schon klar ist wer gewinnen wird – der Krieg muss symmetrisch geführt werden. Sonst würde eigentlich jede Amöbe bemerken, dass hier zwei intrigante Sithlords miteinander Krieg spielen um die Galaxis zu entzweien.
Apropo Symmetrische Kriegsführung, bzw Kriegsführung allgemein: Hierauf wird bei “The Clone Wars” anscheinend gar kein Wert gelegt.
Epische Schlachten wie in den Filmen wird man vergeblich suchen, man sieht nie mehr als höchstens 10 Klone auf dem Schlachtfeld, gegen ein paar Droiden.
Ganz schlimm und vor allem strategisch völlig blödsinnig wird im All Krieg geführt: In einer Folge schickt die Republik zwei Venator – Sternenzerstörer, und eine Jägerstaffel los gegen fünf oder sechs Droidenfregatten und einen Lucrehulk- Kreuzer.
Noch beknackter ist die Schlacht selbst: Man startet wie gesagt eine einzige Jägerstaffel, der Rest bleibt im Hangar, doch noch schlimmer: Ein Venator bleibt im Hintergrund, macht gar nichts und lässt sich von Jägern in Stücke schiessen.
Irgendwann wird dann der Rückzug beschlossen, na so was.
Da es sich um eine Serie handelt, die an jüngeres Publikum gewidmet ist, gewinnen die Guten natürlich doch, und man beginnt mit der Bodenoffensive, bei der man nach der selben strunzdummen Strategie vorgeht: Man schickt drei Acclamator- Angriffschiffe zum Planeten runter, die nicht mal daran denken ihre zahlreichen Bordkanonen einzusetzen, einer der Dickpötte wird von einer vergleichweise winzigen Flak vom Himmel geholt, die anderen zwei setzen lediglich 2-3 Kanonenboote ab, die mit höchstens 10 Klonen beladen sind.
In der kommenden Folge wird es noch schlimmer (Spoiler sei Dank weiss ich Bescheid) – dort reichen 2 Klone und 2 Jedi, um die Hauptstadt eines ausgewachsenen Planeten zurückzuerobern. Geil, die wurden bestimmt von Chuck Norris ausgebildet.
Dann die Anakin-Schülerin: Auf welchem Mist ist die denn gewachsen? Was passiert mit ihr? Welchen Sinn hat ihre Existenz in Bezug zur Saga?
Neben Jar- Jar (der übrigens leider schon so einige Gastauftritte hatte) die schlimmste Star Wars – Figur aller Zeiten.
Nervig, nervig, und nochmals nervig. Entsetzlich. Ich hoffe, ihr stößt irgendwas zu (ich würde sie von Dooku köpfen lassen, würde sich gut mit Episode 3 vertragen, da Dooku dort von Anakin voller Hass und ohne zu zögern niedergestreckt wird, obwohl er wehrlos war)
Naja, symmetrische Kriegsführung, plappernde Droiden oder nervige Padawane hin oder her, die Serie richtet sich eben an Kinder/Jugendliche und ist daher nicht ganz ernst zu nehmen.
Natürlich, es ist Star Wars und alleine deshalb schau ich´s mir natürlich an wenn ich kann, obwohl ich Computeranimationsquatsch eigentlich verabscheue.
Aber man hätte den “Charme” der Klonkriege um einiges besser in einer derartigen Serie darstellen können, mit gewaltigen Raumschlachten und nicht mit lächerlichen Scharmützeln.
Der quasi – Vorgängerserie “Clone Wars” ( ohne das “The” im Titel), die sich im Pseudo-Animestil hält, ist das wesentlich besser gelungen, man spürt dort gut die dunkle Atmosphäre des Krieges.