Eine Kurzgeschichte , basierend auf wahren Begebenheiten.
By … ja wem wohl , macht sonst einer noch dieses Blog ausser mir?
Es war ein harter , infernalisch heisser Junifreitag im Jahr 2007 .
Insert Name hatte gerade Feierabend. Die Schule war für heute vorüber.
Bis kurz nach fünf hatte er mit seinen beiden Mitstreiterinnen die Lehrerin zum Wahnsinn getrieben. Das Ganze endete schliesslich darin , dass die nun laufenden Experimente abgebrochen wurden ; das Ergebnis war zu nichts zu gebrauchen , trotzdem musste man Protokoll darüber abgeben.
Nach Ende des Unterichts begab er sich nach draussen , bloß raus aus diesen Backofen.
Es war ein ganz gewöhnlicher Freitag. Heute würde nicht mehr viel passieren. Nach langem Marsch erreichte er endlich die S- Bahnstation , stellte entnervt fest dass selbige noch nicht da war. Dann eben warten.
Plötzlich , da hinter den Bäumen weit entfernt , Wunder oh Wunder , wie ein gelber Tausendfüßler trudelt das Gefährt ein.
Na dann rein , entspannt lässt er sich auf die Sitze herabsinken , langsam und sachte , er hasst es wenn andere Fahrgäste sich immer auf die Sitzplätze niederwerfen wie eine Fliegerbombe , da könnte er in die Luft gehen. Er schliesst seine Augen und döst vor sich hin - und hat beschlossen diese erst wieder zu öffnen wenn das Vehikel sich in Bewegung setzt.
Eine alte Dame beginnt ihn anzusprechen: “hier drinn ist es ja wirklich erträglich , oder ? nicht so heiß wie draussen ” . Er öffnet missmutig seine Lider und brummt ein genervtes aber trotzdem noch freundliches ”Allerdings ” hervor.
Ratsch. Die S- Bahn beginnt ihre Fahrt. Vorbei an allen möglichen kleinen Ortschaften , alle jedoch zugehörig zum Moloch Stuttgart , Benztown , der jedoch trotz allem reizvollen Metropole des Spätzlefresserlandes.
Weinsteige , ein paar gutgelaunte Businessfritzen steigen hinzu , durch den Tunnel , aus den Tunnel , sein Blick richtet sich kurzerhand auf das fast schon epische aber trotzdem alltägliche Panorama , welches die Stadt ihn von oben kurzzeitig für nicht einmal 5 Sekunden anbietet.
Wieder im Tunnel schweift er in Gedanken. Schon armselig , er liebt diese Stadt mittlerweile abgöttisch , aber nur weil Großstädte für ihn faszinierend sind , da es neben Ulm so ziemlich die grösste Stadt ist die er je besucht hat , und das seit nun fast 2 Jahren täglich , ja Wahnsinn.
Ob es dort unten auch Personen gibt , deren Leben gerade so im Umbruch ist wie seines ? Gut möglich , ja nein , es wird dort sogar Leute geben die noch stärkere Turbulenzen erfahren , und das täglich.
Er kommt am Hauptbahnhof an und betritt seinen Zug nach Hause.
Er hat sich gerade ein schönes Plätzchen gesucht , da fährt der Zug auch schon los. Puh , das war verdammt knapp.
Bad Canstatt , Zwischenstop. Eine Kindergartengruppe steig zu , es wird eng im Abteil.
Kinder.
Ja , er hätte gerne welche gehabt , vor einiger Zeit , als er in einer verhängnisvollen , melancholisch berauschten Scheinwelt gelebt hatte ; durch die Hoffnung naiv geworden.
Nun ging es nur noch um´s nackte Überleben. Aber er könnte es noch schaffen und alle Prüfungen bestehen. Die freiwillige Resignation vergangener Tage war glühenden Kampfgeist gewichen.
Die Lautstärke im Wagen wurde immer unerträglicher , bis eine dieser 10 Semestersozialpädagoginen – Kindergärtnerinnen - bestimmt 68 er feministisch , darauf liess das Äußere schliessen – einen spitzen diabolischen Schrei der Ermahnung ausstiess.
Ruhe kehrte ein.
2 neue Fahrgäste stiegen hinzu : Ein Pärchen , ungefähr in seinem Alter. Analysierend betrachtete er beide , als sie beginnen leidenschaftlich an sich rumzukneten beschliesst er ein Nickerchen zu machen , was ihn emotional beschäftigt will er nicht sehen , so muss er sich nicht damit auseinandersetzen , diese Narren werden sich noch wünschen nie einander begegnet zu sein.
Er hat das Talent , genau an der Haltstelle wieder aus seiner Starre zu erwachen an welcher er aussteigen muss. Na dann raus , umsteigen , noch ein paar Kilometer , dann war er zuhause.
Am Zielort angekommen bestieg er sein Fahrrad und düste Richtung Heimat .
Endlich geschafft , jetzt erst mal ein Gläschen O – Saft.
Seine Mutter begrüßte ihn , er grüsste zurück. Plötzlich verwickelte sie ihn in ein Gespräch:
Sie hätte da eine Aufgabe für ihn , natürlich freiwillg:
Es gab schon seit Monaten Komplikationen mit dem ehemaligen Vater der Familie . Schon immer hatte er über die Familie wie ein Despot geherrscht , bis die Sache ausgerechnet im WM Sommer 2006 eskalierte.
Er wurde für Monate in eine Geschlossene Anstalt gebracht , aber die Familie wollte ihm eine zweite Chance geben.
Aber er der Familie nicht. Schon Tage nachdem er wieder zuhause war , begann alles wieder von vorne , er ging sogar so weit dass er sich Essen an sein als Bett zweckentfremdetes Sofa bringen liess , ja sogar eine Urinflasche wollte regelmässig geleert werden.
So ging das Monate , bis Ostern 2007 die Sache endgültig kollabierte ; er blieb nächtelang weg und telefonierte dauernd mit irgendwelchen seltsamen Leuten.
Dann , nur 2 Tage nach Ostern war sie das erste mal für alle Öffentlichkeit sichtbar. Seine Geliebte. Lächerlich. Er hatte versucht es all die Zeit geheim zu halten und dann stand er trotzdem urplötzlich ohne Vorwarung mit ihr im Hof herum .
Er hatte es immer abgestritten , dass er eine Freundin hätte , aber Lügen war einfachn icht sein Metier ; er konnte es ungefähr so gut wie ein kleines Kind das gerade erst sprechen gelernt hatte.
Er kam immer jeden Tag morgends ins Haus , um allerlei Dinge zu entwenden , für die er gar keine Verwendung hatte.
Nun war die Familie schon vor einiger Zeit durch einen dummen Zufall auf sein Versteck gestoßen. Beim aufsuchen des selbigen wurde sie von einem kleinen , unterdrückt wirkenden Mann mit Schnauzer abgewimmelt , der glühend abstritt das der Vater der Familie sich dort aufhielt – bis dieser selbst aus dem Haus kam. Einfach nur erbärmlich.
Nun jedoch zu seiner Mission , die ihm aufgetragen wurde: Vor einiger Zeit wagte es sein Vater , nicht nur sein eigenes Auto – ein schwarzes Mercedes – Cabrio , mit dessen Kauf er beinahe die Familie in den Ruin stürzte - zu verwenden , sonder seltsamerweise auch das Zweitauto der Familie , einen blauen Hyundai Kleinwagen zu entführen.
Was er mit zwei Autos für eine Person vorhatte war ein Rätsel.
Seine Aufgabe war es nun , sich nachts unauffällig in “Feindesland zu schleichen und zu bestätigen , ob sich beide Fahrzeuge an diesem Ort befinden , um so seinen Vater als Lügner zu entlarven.
Er willigte ein. Das hörte sich nach viel Spass an , er mochte es nachts herumzuschnüffeln , ja nachts wurde er erst richtig wach.
Um Punkt 21 Uhr – es war schon fast dunkel – machte er sich auf zum Bahnhof. Er musste eine geschlagene viertel Stunde warten , bis der Zug endlich verspätet ankam.
Er setze sich nicht einmal , 2 Stationen später musste er sowieso wieder raus , das lohnt sich nie und nimmer.
Am Zielort angekommen studierte er den Fahrplan. Ach ne , der Zug kommt schon wieder ne halbe Stunde später. Was für eine Verschwendung seiner kostbaren Zeit.
Solange erkundete er das kleine hässliche Kaff , in welchem er jeden Morgen umstieg. Die Innenstadt war nicht fern , aber hier gab es nichts. Wie leergefegt. Zurück zum Bahnhof .
Nach diesem kurzen Spaziergang ist die Zeit zumindest etwas verstrichen ; den Rest verbrachte er damit zuzusehen , wie die Sonne einem roten Feuerball gleich nun endgültig am Himmel verschwand.
Die Ankunft des Zuges kam überraschend. Na dann mal rein. Das Gefährt war propevoll mit Partypeople , schon jetzt so mit Alkohol vollgepumpt das sie nur noch am herumgröhlen waren.
“Vollidioten” dachte er sich. “Sie wissen nicht das Geringste. Typisch Mensch. Sie pumpen sich freiwillig mit Zellgiften voll , nur weil sie das reale Leben nicht ertragen. Das ist der Anfang vom Ende. ” Er schmunzelte und war ein weiteres Mal Stolz darauf , das dieses Zeug bisher seine Kehle nur in der Form von Mon cherie´s passiert hat.
Sein Wille war stark , niemand würde ihn je dazu überreden können dieses Gift in sich hineinzuschütten. Und niemand würde ihn davon abhalten können seine Mission heute Nacht zu erfüllen.
Er erreichte den Zielbahnhof , eine große Stadt direkt vor Stuttgart , Esslingen. Erwartungsvoll schlenderte er die Bahnunterführung zum Busbahnhof hindurch , die Partygänger schon weit hinter sich lassend , aber noch gut hörbar.
Als er die Oberfläche erreichte sah er den Busbahnhof vor sich. Verdammt , es wäre nicht schlecht gewesen sich vorher zu informieren , aber die Zeit war zu knapp , welcher Bus bringt ihn nun zum endgültigen Ziel ?
Der Busbahnhof wimmelte vor Menschen , aber ausgerechnet eine Gruppe von attraktiven Partygängerinnen fragte er verschüchtert nach dem richtigen Bus , vielleicht wissen sie es ja.
Wussten sie nicht , also begab er sich zu einem stehenden Bus ganz in der Nähe , der Busfahrer muss es wissen , wenn er nicht wer dann?
Nachdem er sich beim Busfahrer bedankt hatte suchte er hastig seine Haltestelle auf , der Bus sollte eigentlich jede Minute kommen.
Eine Gruppe Italo – Ghettokids lungerte direkt auf der Fahrbahn herum. Auch als der Bus ankam machten sie wenig Anstalten , sich zu entfernen.
Der Bus war zum stehen gekommen und die ersten Fahrgäste stiegen ein , da flog plötzlich etwas kleines Weißes aus dem Fenster des Fahrzeugs in Richtung der Unruhestifter.
Flatsch.
Der ebenfalls italienischstämmige und schon sehr ausgetrockenet wirkende Busfahrer fand es gar nicht lustig , das seine jungen Landsmänner mitten auf der Strasse den Busverkehr behindert hatten und teile ihnen dies mit einer Ladung Körperflüssigkeit mit.
Es war ein Bild für die Götter. Unser Held verfolgte von seinem sicheren Sitzplatz aus den Streit.
Zunächst “untehielten” sich beide Parteien noch in gut verständlichen Deutsch , der Busfahrer gab alles und beleidigte die gesamte Verwandschaft der Bengel aufs Übelste. Dann wurde der Streit in italienisch fortgesetzt , bis der Busfahrer einen Lachanfall bekam und die Türen schloss um nach langen 5 Minuten endlich loszufahren.
Das Los seiner Gegenspieler war weniger gut , sie mussten wohl auf den nächten Bus warten.
Die Fahrt war holprig und turbulent , die Tatsache das der Fahrer immer noch von dem Ereigniss erfasst schien und wie weggetreten diabolisch lachte machte diese Tatsache nicht unbedingt besser.
Der Bus leerte sich Haltestelle um Haltestelle , bis nur noch unser Spion , zwei Penner , ein dickes altes Mütterchen und zwei junge Frauen übrig waren.
“Verdammt. Ist das der richtige Bus ? Ich bin die Strecke doch mit meiner Mutter und meiner Schwester schon einmal abgefahren , und das ist sicherlich nicht die selbe , wo zum Teufel bin ich eigentlich?!” durchfuhr es ihn , als er nach einer Kurve plötzlich wieder die Orientierung fand.
” Puh , der richtige Weg , jetzt muss er nur noch abbiegen und ich bin so gut wie da” .
Doch der Bus fuhr weiter. “Waaaaaaaaaas!?”
Nächste Haltestelle raus.
Verdammt. Aber es hätte schlimmer kommen können , er war zumindest in der näheren Umgebung der Zielkoordinaten abgesprunge. ” Dann mach ich mich mal auf ne schöne Nachtwanderung gefasst ! ” stiess er hervor.
Keine gute Idee , 2 Streber mit dicker Brille , sicherlich irgendwelche Studis , die er auf den ersten Blick nicht bemerkt hatte blickten ihn entsetzt an.
” Ich sollte mal besser mein Mundwerk zügeln , ich darf hier nicht zu sehr auffallen” dachte er sich und machte sich auf die Socken.
Das Zielgebiet – eine dieser typisch schwäbischen Spiessersiedlungen – lag direkt vor ihm auf der Spitze eines dicht mit Wohnhäusern und sonstigen Schund zugebauten - aber immer noch ländlich wirkenden , leider recht hohen Hügels.
” Oh Kack , das dauert ja ewig da hochzukraxeln ; hatte ich gar nicht so hoch in Erinnerung. “
Um zuerst dort hinzugelangen musste er erst von der Bushaltestelle viele steile Treppen hinabsteigen. Er machte sich einen Spass daraus und hopelte die Treppen schnell hinunter , oft mehrere auf einmal nehmend.
Eine dicke alte Frau schaute aus dem Fenster einer Mehrfamilien – Ghettowohnung vergnügt dabei zu.
Nach dieser Kletterpartie war er am Fuße des Hügels angkommen , na dann mal hoch.
Es war eine Tortur. Aber nicht weil der Weg so steil und lang war , nein , aufgrund anderer Tatsachen.
Er war hier in Feindesland. Würde jemand der neuen Familie seines Vaters ihn entdecken , ist er gelifert.
Er konnte sich leider nur aufgrund der Hauptstrasse , die hinaufführte orientieren und hatte so keine andere Wahl als diese entlangzugehen.
Zu seinem Glück war wenig los , aber bei jedem vorbeikommenden Auto verschwand er hinter einer Hecke , einer Häuserwand oder was sich gerade anbot. Immer auf Nummer sicher gehen.
Nach einer langen Zeit – welche sich beim Blick auf das Handy überraschend als nur rund 30 Minuten herausstellte – war er an der Abgabelung angekommen , die zum Zielgebäude führte.
Er war fast da.
Zu seiner Erleichterung entdeckte er eine Bushaltestelle in der Nähe , ah , 30 Minuten dann kommt der nächste , das wäre noch schaffbar , aber bloss nicht trödeln das ist der letzte Bus für heute !
Anderenfalls müsste er die Nacht hier verbringen , eine grauenhafte Vorstellung.
Doch so kurz vor dem Ziel musste er einfach noch die Orientierung verlieren.
Er war ganz in der Nähe , er spürte es , aber leider hatten ihn sein fantastischer Orientierungsinn und sein noch fantastischeres Erinnerungsvermögen nun im Stich gelassen.
Da kam eine Person auf ihn zu.
Erst versteckte er sich hinter einem nahen Ligusterstrauch.
Doch dann tat er etwas sehr Dummes.
Er trat hervor und fragte den ca. 40 Jahre alten , zurückgeblieben wirkenden Schwabe nach dem Weg.
Dieser beschrieb ihn den Weg ausführlich , und verschwand dann wieder.
” Verdammt wie blöd muss man sein ?! Was wenn das einer von denen war!! Schnell weg hier!”
Er sprintete eine kurze Strecke , was er jedoch zu als zu lautstark befand.
Dann hatte er sie endlich erreicht. Die Zielkoordinaten.
Der Mond wachte wie ein silbernes Auge über das ganze bizarre Szenario.
Als er die feindliche Strasse durchschritt , war er so angespannt wie nur selten. Er machte sich gar ernsthaft Gedanken darüber , seine Schuhe auszuziehen , seine Schritte waren zu laut geworden da er seine Beine aufgrund einer Blase , die sich in Folge der Hatz auf den Hügel gebildet hatte nur noch minimal spürte.
Dann stand er vor dem feindlichen Unterschlupf. Alles dunkel. Ausgefolgen , das ist ja schon mal possitiv.
Er untersuchte die Behausung. Keine Spur vom schwarzen Cabriolet , aber halt , was ist das ?
- der blaue Hyunday stach ihm sofort vertraut in der Nähe des Hauses ins Auge. Er näherte sich dem stehenden Fahrzeug um es zu untersuchen , hatte aber immer das dunkle Haus im Blickfeld. Sicher ist sicher.
Er begutachtete den Kleinwagen. Nun wurde ihm klar warum das Auto entführt wurde – es war ein Geschenk.
Dies fiel ihm wie Schuppen von den Augen , als er das Kennzeichen begutachtete. Früher waren es seine Insignien gewesen , A L . Das Fahrzeug wurde ihm versprochen. Es war so gut wie sein Auto.
Nun stand dort K B.
Durch den gleichen dummen Zufall , welcher auch damals das Versteck seines Vaters enthülte wurde auch die Identität seiner Gastfamilie und seiner Geliebten entlarvt. Und das waren eindeutig ihre insignien.
Wut , gemischt mit Verachtung stieg in ihm herauf. Er betrachtete das Haus.
Alles dunkel. Entweder pennen diese Spiesser schon , oder – viel wahrscheinlicher – hat die gesamte Familie das schöne Wetter ausgenutzt und düst nun mit dem Cabrio ihres neuen Schwiegersohnes durch die Gegend und ist noch nicht zurück.
“Hah , die Gelegenheit nutze ich gleich doppelt!” dachte er sich. Er zückte sein Handy und fotografierte Alles was er für wichtig befand ab.
Dann tat er etwas Seltsames , aber er fühlte sich gerechtfertigt.
Da er schon seit einiger Zeit starken Harndrang verspürte , schliech er sich zum feindlichen Gartentor und erleichterte sich auf der Klinke. Doch er verbrauchte nicht Alles. Der Rest fand seine Bestimmung auf dem blauen Hyundai , wahre Stürzbäche gelber Flüssigkeit ergossen sich auf das Gefährt.
Zum Abschluss rotze er noch genüsslich auf die Motorhaube. Er musste an den Busfahrer denken und fing an leise zu lachen , dann nahm er die Beine in die Hand und begab sich zur Bushaltestelle.
Der letzte Bus des Tages kam wie erwartet und brachte ihn zum Bahnhof.
Nun nur noch nach Hause. Doch zu seinem großen Entsetzen waren bereits alle Züge weg.
“Scheisse! Ich werde sterben! Man wird mich ausrauben oder missbrauchen , FUCK! “
Doch zu seiner Überraschung und wie ein Augenzwinkern des Schicksal kam um Punkt Mitternacht doch noch ein Zug. Das schlechte daran war , das dieser genau in die entgegengesetze Richtung , nach Stuttgart , unterwegs war. Aber nicht lange gezögert , rein in die Karre. Muss er eben einen Nachtbus vom Schloßplatz aus nach Hause nehmen , Scheiss drauf.
Der Zug war gespenstisch leer , und es war eine Erleichterung , als der Zug endlich am Hauptbahnhof einlief.
Schnelle Schritte brachten unseren Helden durch die erstaunlicherweise noch dicht begangene Königsstrasse zum Schloßplatz.
“Ach nein , der nächste Nachtbus kommt in 3 Stunden , ausgerechnet derjenige der immer so überfüllt ist , was mach ich jetzt solange?”
Ein Blick auf den Schloßplatz beantwortete diese Frage. Erstmal ausruhen , vor allem wegen dieser entsetzlichen Blase.
Eine kleine Seitenstrasse bietet eine Lösung für diese Problem. Ein freundlich jung dynamisch wirkends Cafee hat noch geöffnet und hat mächtig Zulauf.
“Schnell dorthin. Ist ganz schön kalt geworden. So ein Kaffee ist jetzt genau das Richtige.”
Er setzt sich an einen noch freien Tisch bestellt bei der Kellnerin einen schlichten schwarzen Kaffee und betrachtet diesen langsam schlürfend die anderen Gäste.
Nach einer guten halben Stunde erhebt er sich wieder , um die nächtliche Hauptstadt zu erkunden.
Am Rathaus scheint eine Party zu steigen , er denkt darüber nach hinzugehen , kommt aber zum Entschluss dass es etwas seltsam wirkt , so ganz allein. Ausserdem wirkte der Kaffee noch nicht.
Also weiter durch die Stadt , nächtliche Großstädte sind faszinierend für ihn , das hat er schon immer gemocht.
Nach einer langen und genüsslichen nocturne Sight- Seeingtour ist schon sehr viel Zeit verstrichen.
Zurück zum Schloßplatz.
Er sucht eine Bank im Schloßpark in der Nähe eines der beiden berühmten Springbrunnen auf , lässt sich darauf nieder , entblösst sein von der Blase entstelltes Bein und kühlt es im feuchten Gras.
Auf den anderen Bänken wird gefummelt was das Zeug hält.
Er blickt in den Himmel , den Mond und einige Sterne betrachtend.
Ihn durchfahren tausende Gedanken gleichzeitig.
” Was sind das für Menschen , die ihrer 20 jährigen Tochter erlauben , einen alten verschrumpelten Sack ins Haus zu bringen , als ihren neuen Partner anzuerkennen ; ja ihn sogar bei sich wohnen lassen bzw. verstecken? Die müssen doch krank sein ! In jeder Hinsicht. Er hat uns also wieder einmal verraten , diesmal endgültig. Sowas muss sich Vater schimpfen. Aber in gewisser Weise bin ich dieser hässlichen Ische dankbar dafür. Sie stellt nun zwar einen beachtlichen Verbündeten für ihn dar , ist ja auch seine neue Lebensgefährtin , aber war es nicht sie , die ihn endlich aus unseren Leben gelöscht hat? Früher , als er noch über uns herrschte war jeder Tag gespickt mit Terror , Schikane und Überwachung. An manchen Nächte hatte ich gar Angst , mit einem Kopfschuss aufzuwachen. Hat er ja mehrmals schon angedeutet. Nun ist er weg. Wir sind frei , können aber mit dieser Freiheit noch nichts anfangen. Zu Tief sitzen noch die alten Gewohnheiten. Mein wichtigstes Ziel ist , nie so zu werden wie er. “
“Ich ” – er blickte sich um und sah die Liebespärchen um sich herum – “Ich schwöre , niemals meine Familie wegen irgend einer dahergaufenen weiblichen Kreatur zu verraten. Das wird sowieso nie der Fall sein , meine Versuche diesbezüglich sind bis jetzt immer gescheitert. Das wird auch hoffentlich so bleiben. ” Zwei kleine Tränen hatten sich an seinen Augenlidern gebildet , doch er lächelte. “Meine Familie braucht mich jetzt stärker als je zuvor. Und zum ausziehen fehlt sowieos das Geld. In ein paar Wochen wird die Schule vorbei sein. Ich weiss nicht , was dann kommen wird (Einschub: Der pure Albtraum , mein Lieber !) , ich kann nur hoffen das die Zukunft für mich und meine Familie das Beste bereithält. “
Nachdem er fertig gegrübelt hatte , starrte er auf sein Handy und stelle fest das der erhoffte Nachtbus bald abfahren würde.
Er begab sich zur Haltestelle , stieg ein und hatte eine lange Fahrt inmitten verschwitzter , besoffener Fahrgäste vor sich , bis der Bus schliesslich am Bahnhof seiner Heimatstadt ankam.
Geschwächt stieg er aus , suchte sein Fahrrad auf und fuhr nach Hause.
Er schlich sich in sein Zimmer um möglichst niemanden zu wecken , liess sich ins Bett fallen und löschte schliesslich um 4:50 das Licht ; seine letzen Gedanken , bevor er einschlief waren : “Du wirst den Tag noch bitter bereuen , an welchem du mich gezeugt hast , verlass dich darauf , verlass dich darauf mein Lieber. ..”
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So , das war meine erste Kurzgeschichte seit langem , ich bin etwas aus der Übung. Ausserdem lässt die Form /Rechtschreibung zu wünschen übrig , aber das schiebe ich jetzt einfach auf die verfluchte Laptoptastatur
Eigentlich wollte ich erst etwas rein fiktives Schreiben , habe dann aber ein Ereigniss aus meinem Leben gewählt (alles hat so stattgefunden wie es hier steht , mein Gedächtnis ist mir manchmal schon fast unheimlich…) , diesmal ausnahmsweise nicht weil ich traumatisiert wäre , sondern weil die ganze Aktion irgendwie geil war … Könnte ich jeden Sommerabend machen , das war lustig.
Ich hoffe das bei demjenigen , der immer es auch gelesen hat ein paar Schmunzler entfleucht sind.
Ja, Schmunzler schon, aber auch einiges Kopfschütteln etc. Auch wenn ich das meiste ja schon kannte, sehr spannend.
Von: Sebastian am Juni 9, 2008
um 10:36
Wieso denn Kopfschütteln? Wegen meiner Abendtoilette auf meinem Ex-Auto?! Jeder andere hätte das gleiche getan , zwar mit der Hilfe von Alkohol aber egal…
War eben extrem schwierig irgend was Fiktives zu schreiben , da hab ich mir gedacht nehmen wir ein Ereigniss , welches real stattgefunden hat und machen da ne Geschichte draus.
Die Nächste sollte eigentlich entweder über (fiktive!) Drogenjunkies oder Sektenmitglieder handeln , wurde aber verworfen weil ich mich in diesen Szenen zu schlecht auskenne , mal abwarte nwas noch kommt.
Wie war RoaR?
Von: Alexander am Juni 9, 2008
um 11:31